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24 Aug 2016

30 Jahre Peugeot 205 – Kleine Kurvenräuber und große Flügelstürmer

- Mit rund 5,3 Millionen Einheiten damals meistgebauter Peugeot - Peugeot 205 GTI und Turbo 16 schreiben Sportgeschichte - Wegweisende Diesel- und Elektroantriebe

Manchmal sind die Kleinen doch die Größten, wie vor 30 Jahren der Peugeot 205 demonstriert hat. Der legendäre Kraftzwerg zählt mit 5,278 Millionen Einheiten zu den erfolgreichsten Kleinwagen aller Zeiten und wird für die Löwenmarke zum ganz großen Sympathieträger. Möglich macht das eine beispielhaft breite Modellpalette mit schicker 3- und 5-türiger Fließhecklimousine, Cabriolet und Kastenwagen, aber auch mit schnellem GTI und wildem Rallye-Reiter Turbo 16. Zwei Siegertypen auf Straße und Strecke, deren Erfolgsgeschichte heute vom Peugeot 208 GTi und seinen Motorsport-Geschwistern fortgeschrieben wird.

In Österreich wird der Peugeot 205 in der für heutige Maßstäbe unglaublichen Zeitspanne von dreizehn Jahren (1983 bis 1996) angeboten, für andere Märkte wird der Bestseller sogar bis 1998 produziert. Gebaut wurde der 205 nicht nur in fünf europäischen Werken, sondern auch als Weltauto in Asien und Südamerika. Mit fast 45.000 Zulassungen ist der 205 in Österreich bis heute das zweiterfolgreichste Peugeot-Modell überhaupt. Nach der Markteinführung im September 1983 liefen 1985 bereits weit über 10.000 Peugeot 205 in Österreich und prägten nachhaltig das heimische Straßenbild der 80er und 90er Jahre.

Mit dem gewinnenden Lächeln des Siegers

Der 3,70 Meter kurze Kleinwagen gewinnt nicht nur zahllose Vergleichstests, sondern auch viele wichtige Auszeichnungen. Darunter die Medienpreise „Goldenes Lenkrad“, „Auto der Vernunft“ und „Bester Kleinwagen“. Ultimative sportliche Lorbeeren erntet der Peugeot 205 Turbo 16 als zweifacher Rallye-Weltmeister der Jahre 1985 und 1986.

Zum unwiderstehlichen kompakten Kraftsportler für die Großserie wird dagegen der 205 GTI, den die Fachpresse damals als „GTI unter den GTI“ feiert. Schon die Kampagne zur Markteinführung sorgte für Aufsehen. Wird der Muskel-Mini in der Werbung doch von einem gewaltigen Hubschrauber mit Raketenwerfern gejagt. In James-Bond-Manier rast der Peugeot auf einen Abgrund zu, springt über die Klippe ins Nichts - und wird von einem Fallschirm gerettet. Ein Auftritt, der alle GTI-Fans begeistert und die Kleinwagenkonkurrenz das Fürchten lehrt. Schließlich locken die leistungsstarken „Gran Turismo Injection“ vor allem Kunden von Fremdmarken zur Sportschau bei den Peugeot Händlern.

Dort wartete der dynamische 205 GTI mit 76 kW/105 PS und einem Leistungsgewicht von nur 6,8 Kilogramm/PS nur kurz auf seine Kunden.

Aufregendes Designmerkmal des 205 GTI ist die dreitürige, coupéartige Karosserie mit abgerundeten hinteren Seitenscheiben und massiver C-Säule. Coupé-Konturen, die später allen 205-Versionen zugutekommen, vorerst aber allein die sportiven Leistungsträger auszeichnen. Während der GTI ab 1986 sogar eindrucksvolle 94 kW/128 PS freisetzt und insgesamt 332.942 Mal verkauft wird, bleibt der 205 Turbo 16 ein rarer, reinrassiger Rennwagen mit Straßenzulassung, von dem zu Homologationszwecken gerade einmal 200 Exemplare produziert werden. Ein Auto mit Kultstatus, das damals wie heute teurer gehandelt wird als so mancher Supersportwagen.

Einen ersten Hinweis auf das sportive Potenzial des Überfliegers mit Kunststoffkarosserie geben die großen Flügel und Schweller. Bändigen sie doch Allradtechnik und einen mächtig aufgeladenen Mittelmotor mit löwenstarken 316 kW/430 PS und 490 Nm Drehmoment bei 5.000 Umdrehungen in finaler Ausbaustufe. Der maximale Ladedruck des Turbos erreicht dabei 2,5 bar, möglich nur dank der Entwicklung einer innovativen Ladeluftkühlung mit Luft-Wasser-Kühler. Um die Aufladung der Zylinder weiter zu optimieren, setzen die Peugeot-Techniker sogar auf eine wegweisende Wassereinspritzung, mit der das Frischgas abgekühlt wird.

So sehen Weltmeister aus

Peugeot-Rennleiter Jean Todt verlangt damals ein Auto mit dem Zeug zum Weltmeister und der 205 Turbo 16 erfüllt diese Erwartungen. Schon beim dritten Einsatz in der Rallye-WM, der 1000-Seen-Rallye in Finnland 1984, gewinnt der Heißsporn seinen ersten Weltmeisterschaftslauf. 1985 holt Peugeot mit dem 205 Turbo 16 zum fulminanten Doppelschlag aus und sichert sich den Weltmeister-Titel in der Fahrer- und in der Markenwertung. Damit nicht genug: 1986 gelingt die Verteidigung des Markentitels.
Nach einer Reform des Rallye-Reglements schickt Peugeot den Löwenkönig in die Wüste, wo der 205 Turbo 16 in den Jahren 1987 und 1988 den Langstrecken-Raid Paris-Dakar gewinnt. Beim spektakulärsten Bergrennen der Welt in Pikes Peak wird der Peugeot 1987 Publikumsliebling, obwohl er auf Platz zwei landet. Dennoch eine respektable Vorlage für den aktuellen Peugeot 208, der sich dieses Jahr in Pikes Peak zum Champion krönen lassen will.

Design-Ikone und technischer Trendsetter

Marksteine setzt der Peugeot 205 auch mit neuen Motoren und seinen bis heute ansprechenden Formen. Obwohl sein Design nicht wie bei vorhergehenden kompakten Modellen von Pininfarina entworfen ist, gelingt ein großer Wurf.. Meister der genialen Linie ist das hauseigene Designzentrum
La Garenne unter Leitung von Gérard Welter.

So sorgen ein neues Markengesicht, die niedrige Gürtellinie mit nach vorn abfallender Motorhaube und ungewöhnlich große Fensterflächen für einen ebenso charmanten wie dynamischen Auftritt. Nur das Cabriolet wird von Pininfarina kreiert und wird trotz zeitgeistiger, massiver Überrollbügel begehrtester Sonnenanbeter unter den offenen Kleinwagen mit vier Sitzen. Fast 72.000 Käufer erliegen der luftigen Versuchung. Darüberhinaus gelingt es Peugeot mit exklusiven Sondermodellen des 205 einen ganz anderen Trend zu setzen. Kooperationen mit Lifestyle- und Premiummarken wie La Coste oder die Roland-Garros-Editionen machen aus den Großserienautos begehrte Kultmodelle mit Sammlerstatus.

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